Jede Plattform verändert sich. Gefühlt war Pinterest in den letzten Monaten darin Weltmeister. Es hat sich viel getan auf der Plattform. Was 2019 funktioniert hat, funktioniert heute nicht mehr. Was ist neu? Was ist geblieben? Was braucht es unbedingt, um 2022 erfolgreich auf Pinterest zu sein?

In diesem Blogartikel verrate ich dir meine Formel für den Pinterest-Erfolg in 2022 und gebe dir einen Überblick über aktuelle Pinning-Empfehlungen, in dem ich sechs mir meistgestellten Fragen beantworte. Let’s go!

1. Die Formel für deine erfolgreiche Pinterest-Strategie

Auf Pinterest gibt es nicht DEN einen Weg zum Erfolg. (Sorry, wenn du das jetzt erwartet hast.) Pinterest ist eine Plattform, die ständig in Bewegung und Veränderung ist. Grundsätzlich gibt es aber drei essentielle Faktoren, an denen du dich orientieren kannst und diese habe ich in einer Pinterest-Erfolg-Formel zusammengefasst:

Qualität + Regelmäßigkeit + Frische = Pinterest-Erfolg

Merk‘ dir die aktuellen Strategie-Tipps auf Pinterest.

Erfolgsfaktor 1: Qualität

2019 war es Usus Pingrafiken auf möglichst vielen Pinnwänden zu verteilen. Das bringt dir nun keine Reichweite mehr. Heute zählt Qualität statt Quantität, Klasse statt Masse oder Relevanz statt Streuung.

Im Mittelpunkt steht der Mehrwert für den Nutzer: Es ist Pinterest wichtig, Inspirationen für große sowie kleine Momente des Lebens zu schaffen und hilfreiche Problemlösungen zu bieten, die die Pinner sofort umsetzen können. Der Pinterest-User soll, wenn er auf einen Pin klickt, hochwertigen Content geboten bekommen – Webseiten mit relevanten Themen, Blogartikel mit Mehrwert und Produktseiten, die wirklich weiterhelfen. Mit den Idea Pins wurde zudem ein Pin-Format geschaffen, das diesen Leitgedanken unterstützt. Sie sollten eine abgeschlossene Geschichte erzählen und die Pinterest-Nutzer direkt in die Umsetzung bringen.

Bei der Content-Planung für Pinterest solltest du auch saisonale Momente einbeziehen. Ostern und Weihnachten sind natürlich die saisonalen Klassiker, aber in deinem Business gibt es sicherlich auch andere Jahresabschnitte, in denen deine Kunden besonders gern kaufen. In den Pinterest Analytics deines Unternehmensprofils erfährst du, welche deiner Themen bei den Pinnern besonders gut ankommen. Wenn du mehr über die Auswertung von der Pinterest-Statistiken lernen willst, empfehle ich dir den Minikurs meiner Kollegin Cindy Weyl*. Außerdem gibt Pinterest regelmäßig Tipps, welche Themen besonders oft gesucht werden und du kannst ein internes Trend-Tool nutzen.

Erfolgsfaktor 2: Regelmäßigkeit

Pinterest empfiehlt, wöchentlich auf der Plattform aktiv zu sein statt in unregelmäßig Abständen wahllos Pins rauszuhauen. Mit internen und externen Scheduling-Tools wie Tailwind* ist das kein Problem. Du musst trotz der geforderten Konsistenz beim Pinnen nicht ständig auf der Plattform sein, sondern kannst die regelmäßige Veröffentlichung deiner Grafiken gut vorbereiten und vorausplanen.

Erfolgsfaktor 3: Frischer Content

„Fresh Content“ ist m.E. der wichtigste dieser drei Erfolgsfaktoren. Pinterest betont immer wieder, dass „fresh content“ äußerst wichtig ist, um mit Pinterest Erfolg zu haben.

Doch was ist „fresh content“? Frische Inhalte auf Pinterest sind neue Pins mit einem neuen Bild, einem neuen Titel und einer neuen Beschreibung zu einer URL. D.h., du kannst eine URL (z.B. eines Blogartikels) mehrmals pinnen, aber bitte immer mit einer neuen Grafik und neuem Beschreibungstext.

Wenn du einen Pin auf mehreren Pinnwänden veröffentlichst, zählt nur der erste Pin als „fresh“. Wichtig ist, dass die Pinbeschreibung und -titel zu der Pingrafik und der Webseite (z.B. Blogartikel, Produktseite) dahinter passen. Damit schließt sich der Kreis zum ersten Erfolgsfaktor (Qualität).

2. TOP-Fragen zum richtigen Pinnen

Von diesen drei Erfolgsprinzipien, die Pinterest immer wieder „predigt“, lassen sich auch die Antworten zu sehr vielen Fragen zur richtigen Pinning-Strategie herleiten. Ich konzentriere mich im Folgenden auf sechs Fragen, die mir am häufigsten in Einzelgesprächen gestellt werden:

Frage 1: Wieviel Pins darf ich pro Tag pinnen?

Die brennenste aller Fragen, aber auch die, die am schwersten zu beantworten ist. Es geistern viele Zahlenangaben im großen World Wide Web umher, die entweder veraltet oder nicht erklärt sind – von 3 bis 100 habe ich alles schon gesehen.

Pinterest selbst sagt, dass es keine richtige oder falsche Anzahl an Pins pro Tag gibt. In den Best Practices wird darauf verwiesen, dass man einen Pin auf maximal 10 wirklich relevante Pinnwände verteilen sollte. Die Wahl deiner Pinnwände hilft Pinterest dabei, die Pins an die richtige Zielgruppe auszuspielen.

Deshalb solltest du den ersten Pin auf die höchstrelevanteste Pinnwand pinnen, um den Pinterest-Algorithmus in die richtige Richtung zu lenken. Aus diesem Grund sollten auch die weiteren Boards für diesen Pin sorgfältig gewählt werden. Wenn du gerade erst bei Pinterest mit ca. 10 Boards gestartet bist und/oder kein richtig großer Account mit massig Content bist, hast du auch keine 10 passgenauen Boards für einen Pin. Deshalb sollte dein Fokus auf der Erstellung frischer Pins statt auf eine bestimmte tägliche Pinzahl liegen.

Eine weitere Empfehlung von Pinterest ist, wöchentlich neue, eigene Pins auf die Plattform zu bringen. Dazu hatte ich weiter oben schon alle wichtigen Punkte aufgeschrieben. Mit den richtigen Keywords (nämlich die, die deine Zielgruppe auf Pinterest eingibt) in Pinbeschreibung und Pinnwänden kannst du dem Pinterest-Algorithmus in die richtige Richtung schicken.

Frage 2: Wie oft darf ich einen Pin pinnen?

Pinterest empfiehlt keinen bestimmten Zeitabstand zwischen Pins. Du kannst deine Pinterest-Grafiken mit der gleichen URL zeitnah, also auch mehrmals täglich pinnen. Allerdings sagt Pinterest in den Best Practices, dass sich dabei die Pingrafiken optisch unterscheiden sollten.

Pinterest ist eine Suchmaschine. Die meisten Pins werden durch gestellte Suchanfragen gefunden, allerdings kommen Pinterest-User auch auf dein Unternehmensprofil. Das sollte dann möglichst abwechslungsreich und inspirierend gestaltet sein, damit die Besucher im Idealfall auch zu Follower deines Accounts werden. Dann sehen sie deine Pins öfter in ihrem Homefeed, wenn sie die App öffnen.

So mache ich es und viele meiner Kolleginnen: Wenn du auf neue Inhalte aufmerksam machen möchtest, kannst du ein kleines Intervall (ca. 1 bis 4 Tage) zwischen den Pins wählen. Wenn es ältere Inhalte sind, dann wähle auch gerne einen größeren Abstand (ca. 10 bis 14 Tage). Grundsätzlich ist das Zeitintervall zwischen den gleichen Pingrafiken bzw. mit dem gleichen Linkziel immer abhängig von den Zielen des Accounts und für die kommenden Monate in deinem Business sowie dem vorhandenen Content.

Auf dem folgenden Bild siehst du einen Ausschnitt der letzten Pins meiner Kundin Sophia mit ihrem Account Studio Umi. Dort gibt es mehrere Pins mit gleichen Linkzielen, aber die Pins sind unterschiedlich gestaltet.

Quelle: Pinterest Studio Umi, Datum: 19.02.2022

Frage 3: Machen Gruppenboards auf Pinterest noch Sinn?

Gruppenboards sind in der Regel thematisch breit aufgestellt. Pinterest empfiehlt aber nur auf wirklich relevante Boards zu pinnen. Folglich kommen die meisten Gruppenboards für einen Pin nicht in Frage.

Außerdem hat Pinterest die Reichweite von Gruppenboards stark eingeschränkt, da viele Spammer diese genutzt haben, um ihre Pins zu streuen.

Ich empfehle, aktive Gruppenboards zu nutzen, wenn sie zum Thema deines Pinterest-Accounts passen und regelmäßig deine Pinterest-Statistiken analysieren. Dort siehst du, welche Boards und Pingrafiken gut performen.

Frage 4: Lohnt es sich fremde Pins zu teilen?

Ausgehend davon, dass jeder Pin nur einmalig als frischer Pin zählt und jeder weitere Pin (sog. Repin) an Kraft verliert, macht das Repinnen/Merken fremder Inhalte wenig Sinn. Das Repinnen fremder Inhalte bringt nicht mehr so viel Reichweite für die eigenen Pins, wie das noch vor 2020/21 der Fall war.

Meine Empfehlung: Wenn der Fremdpin deine Inhalte sinnvoll ergänzt und einen Mehrwert für die Pinterest-User bietet, dann solltest du ihn repinnen und diesen tollen Content anderen Nutzern zeigen, weil das positive Nutzererlebnis steht auf Pinterest im Fokus und dazu trägst du bei. Und jeder Fremdpin zahlt dennoch auf die Gesamtreichweite deines Accounts ein (was für Pinfluencer äußerst wichtig ist).

Außerdem ist jeder deiner Pins, den sich ein anderer Pinterest-User merkt, auch ein Art Visitenkarte von dir auf Pinterest, die weitergereicht wird – vielleicht auch an deine Zielgruppe. Insofern ist Repinnen äußerst solidarisch. Jawoll!

Frage 5: Wie sollten Pins aufgebaut sein?

Das ist auch ein seeeeehr großes Feld und ist abhängig vom Account bzw. deinem Business. Jemand der einen Onlineshop hat, braucht andere Pingrafiken als ein Online-Marketing-Coach. Auf die folgenden drei Punkte solltest du aber besonders achten, egal in welcher Nische du unterwegs bist:

Grundsätzlich gilt der Qualitätsgrundsatz auch beim Pin-Design. Gibt dir Mühe, ansprechende Pins mit Mehrwert zu erstellen. Ich persönlich lese mir selten eine Pinbeschreibung durch, wenn ich auf der Plattform rumscrolle. Deshalb sollte schon die Grafik bzw. das Bild für sich aussagekräftig sein und dem Pinterest-User aufmerksam werden lassen.

80% der Pinterest-User sind mobile unterwegs und scrollen auf ihrem Smartphone durch den Homefeed oder die Suchergebnisse. Ziel deines Pins muss es sein, dass die Person am Bildschirm das Scrollen unterbricht. Deshalb ist es essenziell, auffällige Pins für Handynutzer zu erstellen. Nutzt du Texte, sollten diese auf dem Smartphone lesbar sein.

Wenn du auf Pinterest auch das Ziel verfolgst, deine Markenbekanntheit zu stärken, dann sollten deine Pins einen Wiedererkennungswert besitzen. Das kannst du u.a. mit Brandingfarben und einheitlichen Schriften sowie Grafikelementen erreichen.

Es kursieren auch Empfehlungen, eine Pingrafik durch geringfügige Bearbeitung in Größe und mit Farbfilter so zu verändern, dass dieser Pin nicht mehr als Repin erkannt wird. Das funktioniert derzeit wirklich sehr gut. Aber der Pinterest-Algorithmus wird ständig weiterentwickelt. Deshalb ist es aus meiner Sicht nur eine Frage der Zeit bis diese Strategie obsolet wird. Außerdem widerspricht es dem Qualitätsgrundsatz von Pinterest. Ich spreche mich deshalb dafür aus, tolle Pingrafiken, hinter denen Inhalte mit Mehrwert stehen, auf möglichst relevante Boards zu bringen und mehr frischen Content zu erstellen.

Und weil die Frage soooo oft kommt: Ich pinne einen Pin auf durchschnittlich 3 bis 5 Pinnwände.

Frage 6: Welches Format funktioniert gut?

Die Antwort ist wie üblich: Es kommt darauf an – nämlich auf dein Ziel, dass du mit dem Account erreichen möchtest. Wenn du Traffic auf die Website haben möchtest, würde ich den Fokus auf Video- und Standardpins legen. Die 2021 neu etablierten Idea Pins (formerly Story Pins, zu deutsch Ideen-Pins), die keine ausgehenden Links enthalten, eignen sich sehr gut zum Reichweiten- und Followeraufbau.

Die Idea Pins werden derzeit richtig von Pinterest gepusht: Der Watch-Tab im Homefeed enthält nur Idea Pins. Wenn sie hochwertig gestaltet sind und eine abgeschlossene Story mit Mehrwert bringen (z. B. Problemlösung, Rezept, Bastelanleitung, Dekotipps, Haushaltstipps, Einblicke in den Urlaub, Reisetipps, Bauanleitung, Einblicke in Produkterstellung), dann haben deine Ideen-Pins eine lange Lebensdauer und können Pinterest-User zu deinem Profil führen. Pinterest geht mit diesem Pinformat mehr Richtung Entertainment. Hintergrund: Wenn Pinterest Geld verdienen will, muss Pinterest seiner User länger auf der Plattform halten.

Apropros Geld verdienen: Die Plattform möchte ab 2022 seinen Creators ermöglichen, Geld mit Pinterest zu verdienen – auch ohne eigene Website. Dafür sind Idea Pins super geeignet. Deshalb gewinnen Follower auf Pinterest zunehmend an Bedeutung. In den USA und Großbritannien sind bereits bezahlte Partnerschaften und Produkt-Tagging in den Idea Pins möglich. Zudem werden schon erste Werbekampagnen mit Idea Pins getestet. Es bleibt also spannend, wie sich das Format weiter entwickelt.

3. Richtig Pinnen in 2022 – ein Fazit

Ganz so einfach wie noch 2019 ist es nicht mehr, auf Pinterest zu ranken, weil immer mehr Menschen auf Pinterest unterwegs sind. Die Änderungen der letzten Zeit auf der Plattform stoßen auch nicht bei allen auf Gegenliebe und erfordern heutzutage mehr als vorher strategisches Pinnen. Auch deshalb sind die Preise von Pinterest-Marketing-Dienstleistungen eher im mittleren dreistelligen Bereich angesiedelt.

Dennoch sehe ich die großen Pluspunkte von Pinterest erhalten– und zwar insbesondere die Folgenden:

  • ⭐︎ nicht erforderliche Dauerpräsenz der Profilbetreiber

  • ⭐︎ lange Halbwertszeit der Pins

  • ⭐︎ nachhaltige Sichtbarkeit der Unternehmen hinter den Accounts

  • ⭐︎ ständige Weiterentwicklung von Pinterest mit dem Fokus auf einer positiven Nutzererfahrung

  • ⭐︎ wachsende Potential der Plattform im Shopping-Bereich

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