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Überforderung im Business ist ein Thema für jeden Selbstständigen, davon bin ich fest überzeugt. Jeder von uns war schon einmal an dem Punkt, wo Sätze wie „Ich habe keine Kraft mehr.“ oder „Ich bin total überfordert mit allem.“ über die Lippen kamen. Wenn du gerade eine „Ich bin überfordert“-Phase hast, dann lohnt es sich weiterzulesen.

Ich bin super vorbereitet für diesen Blogartikel. Ich habe im Internet recherchiert, eine mini Umfrage auf meinem kleinen Instagram-Account gemacht und sogar ein paar Studien zum Thema „Überforderung im Business“ gefunden. Doch im Laufe der Recherche zum Thema fühlte ich mich immer unwohler.

Wer bin ich denn, dass ich anderen kluge Ratschläge gebe, wenn ich doch in Situationen bringe, wo ich keine Kraft mehr habe? Auch mir wird manchmal meine Arbeit zu viel, auch wenn ich sie sehr liebe. Hin und wieder habe ich lange arbeitsreiche Phase, die ich überstehen muss. Ich bin keine Beraterin, Coachin und habe keinen psychologischen Hintergrund. Ich fühle mich schlicht nicht berufen, Tipps zu geben. Was ich aber habe, sind meine Erfahrungen und Learnings mit Überlastungssituationen im Business.

Deshalb möchte ich dir heute erzählen, wie es mir in den fast drei Jahren meiner Selbstständigkeit ergangen ist, mit welchen Problemen ich zu kämpfen hatte und wie ich meinen persönlichen Weg gefunden habe, mit Überlastungssituationen umzugehen.



#1 Gesundheit ist oberste Priorität

Was kannst du tun, wenn du im Business überfordert bist?
© Depositphotos/stokkete

„Ich bin morgens schon genervt und müde“, schrieb ein Teilnehmer meiner kleinen Umfrage bei Instagram zur Überforderung im Business. Jemand anderes schrieb von heftigen Dauerkopfschmerzen, hart verspanntem Nacken, schlechtem Schlaf und miese Laune. Ich bin eine Kandidatin für Müdigkeit und wie man mir auch ansieht (hahaha), ist meine Ernährung unterirdisch. Sehr oft es nämlich so, dass wir im Hustle-Modus sind und die körperlichen Anzeichen für längere Zeit einfach wegdrücken (können).

Ein Licht ist mir aufgegangen, als ich das Buch „Der Weg zum erfolgreichen Unternehmer“ von Stefan Merath (Affiliate-Link) gelesen habe. Darin beschreibt er das Gleichnis vom Pferd im Stall. Im Prinzip ist es doch so, wir als Unternehmer – und auch Selbstständige – sind das beste Pferd in unserem Stall (= Unternehmen). Funktionieren wir nicht mehr, gerät die ganze Unternehmung ins Wanken. Deshalb versuche ich, so gut es geht, auf meine Gesundheit zu achten. Inzwischen geht mir nichts mehr über meine nachmittägliche Kaffeepause und ich plane regelmäßig Tage ein, an denen ich ausschlafen darf (für mich als Eule essentiell). Das mit der täglichen Bewegung übe ich noch. Ich bin ja auch nur ein Mensch, der sich noch entwickeln, sich verbessern will.

Außerdem hat es mir sehr gut getan, mir am Jahresanfang Zeit für eine intensive Rückschau auf mein 2019 zu nehmen. Für mich ist nicht nur die körperliche Gesundheit wichtig, sondern auch die psychische. So habe ich mir u.a. angeschaut, was mir gut tun, mich fordert und überfordert. Dass ich die Eckpunkte meines Arbeitens und Lebens für mich definiert und aufgeschrieben habe, gibt mir Sicherheit. Jetzt habe ich einen roten Faden, an dem ich mich in Stresssituationen entlanghangeln kann. Dafür lese ich mir meine Notizen regelmäßig durch. Das kann man trotz vollem Tag gut schaffen.



Tipp 2: Das Gehirn braucht auch mal eine Pause

Wenn man nicht mehr kann, was kann man dann fürs Business tun?
© Depositphotos/Wavebreakmedia

Ich weiß nicht, wie es euch so geht, aber mein Gehirn arbeitet ständig. Meine Gedanken kreiseln von frühs bis abends. Meistens ist das auch ganz schön, weil ich nicht krampfhaft Ideen suchen muss. Sie kommen mir quasi zugeflogen, weil ich offen dafür bin. In weniger guten Zeit haben dann aber auch Zweifel und innere Unruhe bessere Chancen, die Oberhand bei meinem Denken zu gewinnen. Ein Teilnehmer meiner kleinen Instagram-Umfrage schrieb, dass er sich verzettele. Das kenne ich nur zu gut. Es passiert einfach zu viel im Kopf – zumindest in meinem.

Man hört und liest ja sehr oft, dass man bei Nichtkonzentriertheit 25 bis 50 Minuten höchst konzentrierte Arbeitsphasen mit Pausen abwechseln soll. Ich sag nur Promodo-Technik & Co.. Das funktioniert bei mir leider nicht. Entweder ich bin im Flow und meine Gedanken sprießen oder eben nicht. Deshalb versuche ich, wann immer es mir möglich ist, dann zu arbeiten, wenn ich ausgeschlafen bin. Dann bin ich innerlich ruhig und die Gefahr des Verzettelns ist nicht so groß. Das ist bei mir so ab 10 Uhr. Aber soll ja Leute geben, die morgens um 5 Uhr schon produktiv sein können.

Um meinem Denken eine Pause zu gönnen, habe ich Hobbies gesucht, bei denen ich mich konzentrieren muss. Ich habe ein Faible für Bücher, Lettering und Watercolor. Wenn man dabei nicht konzentriert ist, fehlt im Roman der rote Faden, die Bilder bekommen Kleckse und das Lettering wird schief.

Als ich mit meiner kleinen Unternehmung begonnen habe, fand ich es auch noch sehr chic, von überall aus Arbeiten zu können. Am Schreibtisch, im Café oder manchmal sogar im Bett. Das mache ich inzwischen nicht mehr. Mein kleiner Schreibtisch im Wohnbereich ist mein fester Arbeitsplatz und nur dort arbeite, maximal lese ich auf der Couch. Aber meine Kunden nehme ich nicht mehr mit ins Bett. So weiß mein Körper, wenn ich im Bett bin, dass er runterfahren muss. Nach 20 Uhr nicht mehr zu arbeiten, darin übe ich mich noch. But who’s perfect?



Tipp 3: Lasse Hilfe zu, wenn du überfordert bist

Was kannst du tun, wenn du überfordert im Business bist?
© Depositphotos/LDProd

Hey, na klar, muss ich das sagen. Ich bin virtuelle Assistentin und dafür da, um anderen zu helfen. Das mache ich auch gerne. Aber es ist Fakt, dass man nicht alle Rollen in einem Unternehmen perfekt ausfüllen kann, und sei es noch so klein. Ich habe seit Beginn meiner Selbstständigkeit einen Buchhalter (aufmerksamster Typ ever!) und ein Steuerbüro an meiner Seite. Ich hatte so viel zu tun, mich am Anfang mit der neuen Situation zurechtzukommen, dass ich mich gefreut habe, dass zwei Augen mehr auf meine Buchhaltung geschaut haben.

Aber Hilfe gibt es nicht nur in Form von Dienstleistern. Ich möchte mich neu positionieren und mehr im Bereich Blog-Support und Pinterest- sowie Podcast-Service machen. Deshalb bin ich gerade dabei, diese Wissenslücken mit Onlinekursen und Testkunden zu schließen.

Selbst wenn man wenig bis kein Budget hat, gibt es tolle Podcast (dazu muss ich auch mal einen Artikel schreiben) und YouTube-Tutorials oder Mama, Tante, Freundin, wer auch immer, die/der fehlendes Wissen ausgleichen kann und dir Mut zuspricht. Es ist so einfach jemanden anzurufen und zu fragen.



Tipp 4: Verfalle nicht dem Bright Shining Object Syndrom

Überlastung im Business und wie du dir selber helfen kannst.
© Depositphotos/karandaev

Vom Bright Shining Object Sydnrom habe ich, so glaube ich mich zu erinnern, das erste Mal im Podcast von Caroline Preuß gehört. Damit ist gemeint, dass man alles aufschnappt, was interessant scheint, aber dieses Wissen bzw. diese Informationen nicht zum Erreichen des Unternehmensziels beitragen. Ich fühlte mich ertappt. Eine Weile habe ich Onlinekurse gesammelt, weil ich dachte, als VA brauche ich ein umfassendes Portfolio. Gut getan, hat mir das nicht. Ich konnte diesen Informationsfluss gar nicht verarbeiten. Heute verfolge ich nur noch meinen Favoritenthemen. Ich schaue weniger nach links und rechts. Ich habe nur wenige Newsletter, Instagram-Accounts, Facebook-Seiten & Co. abonniert. Um so mehr freue ich mich, wenn ich von diesen Leuten etwas lesen darf.

Was mir dabei geholfen hat? Ich habe mir mit der Zeit meine Vision von meinem Unternehmen aufgebaut. Ganz am Anfang gefiel mir nur der Gedanke von zu Hause aus zu arbeiten und die virtuelle Assistenz schien mir eine passende Nische. Ich sah, dass andere Websites, Newsletter und Social-Media-Kanäle hatten. Also machte ich das auch. Aber je länger ich meine Mitbewerber beobachtete, desto unsicherer wurde ich. Je mehr ich sah, was die anderen alles hatten, konnten, erzählten, desto unsicherer wurde ich selber. Ich tat vor lauter Überforderung einfach mal gar nichts mehr. Sämtlichste aufgebaute Kanäle schliefen wieder ein. Diese muss ich nun mühsam wiederbeleben.

Übrigens habe ich auch hier einen tollen Buchtipp: The Big Five of Live von John Strelecky (Affiliate-Link).



Tipp Nr. 5: Arbeite an deinem Workflow

Überfordert im Business? Auf welche Symptome solltest du achten?
© Depositphotos/karandaev

Nach drei Jahren im Business habe ich so einige Kunden und musste gezwungenermaßen lernen, mich besser zu organisieren. Irgendwann waren es einfach zu viele To-Dos und Anweisungen, die ich umsetzen und merken sollte. Ich musste meine Organisation und Arbeitsweise hinterfragen.

Inzwischen geht es nicht mehr ohne Wochenplanung, mein Projektmanagement-Tool und meinen Kalender. Gerade bin ich dabei, mir für wiederholende Arbeiten Checklisten anzulegen. Ich mag es auch sehr gerne, größere Projekte in kleine Teilschritte aufzuteilen. Ich brauche einfach das Gefühl, dass ich den Überblick habe und ich meine Herausforderungen meistern kann. Meine Arbeitsroutine gibt mir diese Sicherheit. Dadurch, dass ich mir Prioritäten setze, muss ich zu manchen Kunden und Projekten auch Nein sagen und Multitasking kann ich weitestgehend vermeiden (als VA natürlich nicht ganz einfach).

Inzwischen ist es auch, dass ich schaue, was sind umsatzrelevante Aufgaben. Zum Beispiel sollte mein Blogartikel schon vor einigen Tagen online gehen. Das hat nicht geklappt, weil ich Aufgaben für Kunden erledigt habe. Es gab Zeiten, da habe ich mich mit allen möglichen Dingen beschäftigt. Produktiv war ich den ganzen Tag, aber effizient nicht und in meinem Portmonee habe ich es auch nicht gemerkt.



Mein Fazit zum Thema Überforderung im Business

Tipps, wenn du keine Kraft mehr fürs Business hast
© Depositphotos/jayfish

Und jetzt mal Butter bei die Fische: Die Ursache für Überforderung im Business liegt sehr oft nicht an den vielen To-Dos, sondern meist am Unternehmer selber. Ich habe gelernt, wenn ich an irgendeinem Punkt in deinem Leben zu sehr schwanke, dann kostet mich das sehr viel Kraft, die ich in mein Business stecken könnte. Außerdem habe ich gelernt, dass Methoden, die für andere funktionieren, für mich nicht richtig sein müssen.

Tja, also das sind so die Dinge, die ich in den ersten Jahren meiner Selbstständigkeit gelernt habe – ganz offen und ungeschönt. Ich habe ein bisschen gezögert, ob ich diesen Artikel schreiben soll. Schließlich könnte er auch zu ehrlich sein, denn ich bin ja ein Dienstleister und meine Kunden erwarten von mir vielleicht, dass ich alles gut im Griff und ihre Aufgaben bei mir in besten Händen sind. Aber wenn du diese Zeilen jetzt liest, dann war ich doch so mutig auf den Veröffentlichen-Button zu drücken.

Vielleicht hast du auch Erfahrungen mit Überforderungs- bzw. Überlastungssituationen im Business gemacht und kannst den einen tollen Tipp weitergeben, der dir sehr geholfen hat. Schreib ihn sehr gerne in die Kommentare.

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